Die Wahrheit über intermittierendes Fasten

Ich bin erstaunt, wie intermittierendes Fasten (auch bekannt als IF, Intervall Fasten oder Teilzeit Fasten) die letzten Jahre einen so großen „Hype“ erlebt hat. Nicht nur weil ich selber Anwender dieser „Methode“ bin, sondern weil ich glaube, dass es eines der wenigen positiven Dinge ist, die aus der Fitness- und Gesundheitsindustrie entsprungen ist.

intermittierendes Fasten

Essen, nicht essen, essen. Simple Methode mit großen Vorteilen!?

Man spricht von einer Revolution und die gigantischste Entdeckung in Sachen Ernährung seit der Pizza. Es soll eine Art Jungbrunnen sein und mindestens 20 Jahre mehr leben schenken. Es ist der absolute Schlankmacher und Krankheitstöter. Der ultimative Hormonpusher, der 10 mal schnelleren Muskelaufbau verspricht. Ja sogar ein wahrhaftiger Depressionenkiller, da man annimmt, dass regelmäßiges Essen die Psyche negativ beeinträchtigt.

Doch ist diese Großrednerei gerechtfertigt? Ich sage nein und erkläre natürlich auch wieso.

Doch zu allererst die Antwort auf, was ist überhaupt intermittierendes Fasten? Intermittierendes Fasten ist eine Strategie die besagt, Essen nur in einem bestimmten Zeitfenster zu sich zu nehmen.

Möglich ist beispielsweise die 16/8 Strategie in der sie in einem 8 Stunden Zeitfenster essen dürfen was sie wollen. Die restlichen 16 Stunden wird gefastet. Im Fastenzeitraum ist lediglich kalorienlose Flüssigkeit (Wasser, schwarzer Kaffee, Zero Getränke) erlaubt. Eine andere Möglichkeit wäre die Eat, Stop, Eat Strategie. In dieser dürfen sie einen ganzen Tag essen was sie möchten, und am nächsten Tag fasten sie 24 Stunden. Eine sehr anstrengende und für viele gar unrealistische Strategie.

Natürlich gibt es noch viele weitere Variationen, doch das Prinzip lässt sich mit diesen beiden sehr gut erklären. Das Essfenster gefolgt vom Fastenfenster lässt sich mit einer kurzen Eingewöhnungszeit gut ausführen. Die ersten Tage wird man mit dem Hunger und Magenknurren zu kämpfen haben, doch dann kommt der Körper damit zurecht.

Was die Gesundheitsvorteile anbelangt muss ich euch leider enttäuschen, denn hier endet der Hype. Intermittierendes Fasten bringt nicht mehr gesundheitliche Vorteile als die gewöhnliche Kalorienrestriktion. Phrasen wie die Autogaphie (Zellerneuerung) sind lediglich Marketingstrategien die sich Boulevard Zeitschriften ausdenken, um Verkäufe zu generieren.

Und das Schlüsselwort hier ist auch Kalorienrestriktion. Das ist nämlich der einzige Weg um abzunehmen. Nur weil ihr intermittierendes Fasten anwendet, heißt es nicht, dass ihr euch im Kaloriendefizit bewegt. Für viele (mich miteingeschlossen) sind z.B. 8 Stunden genug Zeit um sich mit sämtlichen Schmankerln vollzustopfen.

intermittierendes Fasten

Frühstück und Mittag reicht vielen aus um zuzunehmen. Auch bei „Intermittierendes Fasten“ sollte mit Bedacht gegessen werden.

Ist euch das einmal „gelungen“ sieht euer Körper keinen anderen Weg mehr als an Gewicht zuzulegen. An Calories in vs. Calories out (CICO) gibt es keinen Weg vorbei, auch mit IF nicht. Doch genug mit dem „bashing“ wie anfangs bereits erwähnt bin ich selber Anwender dieser Strategie, und das seit Jahren!

Dafür gibt es zwei große Gründe. Der erste wäre KOMFORT! Für mich ist es sehr komfortabel nicht immer an Essen denken zu müssen. Mein Zeitfenster bewegt sich meistens von 12-20 Uhr, somit verschiebe ich mein Frühstück oder lasse es ganz aus. Da mein Zeitfenster zur Mittagszeit öffnet, entscheide ich mich immer spontan für meine Mahlzeiten.

Der zweite ausschlaggebende und für mich wichtigste Grund ist mein Magen. Was ich mit Magen meine, fragt ihr euch? Damit schließe ich auf meine Magengröße. Ich bin ein Vielfraß und kann früh bis abends ohne Pause essen. Mein Magen ist so groß, dass man darin einen Dinosaurier platzieren könnte, den ich mit Schmetterlingen im Bauch verdauen würde. Ok das war „etwas“ übertrieben, jedoch konnte ich hoffentlich meinen Gedankengang übermitteln.

Intermittierendes Fasten bietet nicht mehr als Esskomfort und eine natürliche Magenverkleinerung. Jedoch sollten diese zwei Punkte mehr als Grund genug sein um es mal in Erwägung zu ziehen. Ihr könnt damit experimentieren und wenn es euch gefällt sogar permanent in euer Leben implementieren. Dadurch werdet ihr nicht direkt jünger, stärker oder gesünder, denn dazu gehört weitaus mehr als nur ein Zeitfenster für eure Ernährung.

„Ihr seid niemals stark genug!“